Kopftuch-Streit

Hier könnt Ihr über Gott, die Welt und alles andere diskutieren.

Moderatoren: Thies, mara, Gandalf, Tantalusss, Mighty, Thies, mara, Gandalf, Tantalusss, Mighty

Was meint Ihr dazu?

Alle religiösen Symbole aus der Schule verbannen!
20
36%
Kopftuch verbannen - Kreuz bleibt im Klassenzimmer!
13
23%
Die religiösen Symbole nicht aus der Schule verbannen!
10
18%
Sämtliche Religion aus der gesamten Öffentlichkeit verbannen!
10
18%
Mir ist sowieso alles egal!
3
5%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 56

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Argh
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Beitrag von Argh »

Hi :D
hafensaenger hat geschrieben:.... Die Menschen haben sich schon gegenseitig bekriegt lange bevor es Glaube und Religion gab und sich ausbereitete.
Glaube findet sich bereits bei den Tieren, den Glaube ist nichts anderes als eine Vortellung von Realität und alle höheren Tiere bilden eine Vorstellung von Realität ohne sich immer konkretes Wissen zu beschaffen. Religion ist aber das was uns zum Menschen macht - ich meine hiermit ein Gedankengebäude das uns die Welt erklärt und uns Regeln und Normen gibt, in dem Sinne sehe ich also auch im Kommunismus und der Wissenschaft religiöse Züge. Wenn Du richtig hinschaust, d.h. lange genug beobachtest, führen auch andere Primaten Kriege. Denn wie uns Jane Goodall zeigte haben Schimpansen neben einem ausgeprägten Sozialverhalten - auch heftige kriegerische Konflikte mit zielgerichtetem Waffeneinsatz, die bis zum Kannibalismus gehen. Lügen sind den Schimpansen ebenso wenig fremd, wie Machtkämpfe und Intrigen.
hafensaenger hat geschrieben:Jeder Mensch braucht etwas was ihm Halt und Vertrauen gibt bzw. ein Gefühl der Geborgenheit. Für die meisten ist das der Glaube / die Religion. Das dem Menschen zu verbieten oder wegzunehmen ist für mich undenkbar.
Da hast Du im Prinzip schon recht, bloß würde ich es etwas anders betonen - nenne es Sicherheit und die Antwort auf das große "Warum" :)
hafensaenger hat geschrieben:Glaube und Religion sind nicht gefährlich und auch nicht verantwortlich für das Gräuel auf dieser Welt. Es ist das, was man daraus macht. Fanatismus ist gefährlich sowie falsche Propheten aber nicht der Glaube. - LG Hafen :)
Das glaube ich nicht! Ein Glaube birgt grundsätzlich ein Risiko und die religiösen Vertreter müssen sich verantwortlich machen lassen ;)
Ein Glaube vermittelt uns wie oben schon gesagt Regeln und Normen zur Anpassung an unsere Lebensweise bzw. Umwelt - was aber wenn sich die sozialen Verhältnisse bzw. die Umweltbedingungen ändern. In früheren Zeiten wurde dann (oft unter schweren Wehen) die Religion geändert, heute sind die Religionen starr und verkrustet geworden (besonders der Islam) daraus resultieren Gewalt und Mord.
Manni_B hat geschrieben:Kampf um's Überleben ist eine Sache, Kampf für eine Religion eine andere!
... zumindest gäbe es keine Kriege im "Namen Gottes" mehr. Und das wäre schon ein Anfang, was Humanität betrifft!
... fals Menschen übehaupt 'menschlich' sein können (ich weiß nicht, wer diesen Begriff geprägt hat und was er damit ausdrücken wollte!).
Liebe und Solidarität? Ich denke schon, denn es gibt doch sehr viele Menschen die sich uneigennützig für andere einsetzen. Nimm doch mal Karl-Heinz Böhm und seinen Einsatz für Äthiopien :)
Die Gier nach dem Eigentum anderer und der Neid auf Andere, aber auch die Lösung innerer Konflikte durch Kriege nach aussen - müssen moralisch gerechtfertigt werden seis durch Reigion oder irgendeine andere Ideologie ;D
Manni_B hat geschrieben:Und ob Religion/Glaube mir Geborgenheit geben können, da habe ich arge Zweifel, wenn ich bedenke, was sie alles angerichtet haben. Dazu möchte ich mich nicht zählen.
Und jetzt komm mir nur nich jemand mit dem Argument: das war damals!
Dann stelle ich mir vor, ich hätte damals gelebt. Ich armes Schwein!
Jepp - Gott schütze uns vor den Frommen :D
Grüsse :bounce:
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Delta
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Beitrag von Delta »

Lord Marc hat geschrieben:Also ich würde jetzt alle Religion Verbieten.
Man braucht keine Religion um zu Glauben(wasesauchist).
80% weniger Kriege.
Hier würde ich einmal ganz krass unterscheiden zwischen Kirche und Religion.

Religion an sich hat noch keinen Krieg ausgelöst (denke ich mal, jedenfalls fällt mir keiner ein), das war eigentlich immer die Institution Kirche und ihre (weltliche) Machtpolitik.
Gut, sicher gibt es auch Kriege und Auseinandersetzungen, in denen die Religion zum Symbol der beiden Parteien geworden ist (sie Nordirland, Israel), aber der eigentliche Grund für den Konflikt liegt meines Erachtens woanders.

Hinzu kommt noch, dass man Religion eigentlich nicht verbieten kann, denn Religion spielt sich in einem Menschen ab und auf die Vorgänge dort haben wir wenig Einfluss. Kirche jedoch ist äußerlich und gut sichtbar, hier kann man auch handeln.
Wenn man Religion wirklich verbieten und Glauben bestrafen will, dann wären wir ja wieder bei der Hexenverbrennung angelangt, wo jemand nur aufgrund von Vermutungen und Aussagen anderer verurteilt und bestraft wird.

Eigentlich würde es in meinen Augen schon reichen, religiöse Organisationen zu verbieten, um die Kriege auszuschalten, aber was passiert dann mit Organisationen wie dem Roten Kreuz, der Diakonie, kirchlichen Krankenhäusern und Kindergärten? Die wären davon ja ohne Ausnahme auch betroffen...

Also das halte ich für ausnehmend schwierig, noch dazu, wo das Verbot einer Religion eigentlich meist zu Fanatismus und erstarken der Leute im Glauben führt. Ich weiß nicht, ob ich das haben will....

Gruss
Anni
Zuletzt geändert von Delta am So 25.01.2004 - 18:06, insgesamt 1-mal geändert.
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hafensaenger
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Beitrag von hafensaenger »

Hallo Manni :winken:

Wobei der Kampf ums Überleben meines Erachtens als ehrenhafter anzusehen ist , als der Kampf für eine pure Überzeugung oder Religion. Bis Menschen es verstanden haben menschlich zu sein und menschlich zu handeln werden wohl noch zahlreiche Jahre vergehen. Ich weises auch nicht, wer die oft fälschlich verwendete Begrifflichkeit jemals geprägt hat. Religion/Glaube an sich hat nie jemanden verletzt oder getötet, das haben die Menschen, die ihn zu ihren Zwecken, ge- und missbrauchten. Da geschieht nach wie vor damals wie heute. Ich sagte auch bewusst „kann“ ,nicht das Glaube und Religion es immer und bei jedem vermag. Ich habe da genauso meine berechtigten Zweifel wie du und das ist auch gut so. Manchem hilft`s halt.

LG Hafen :rolleyes:
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guenterherbert
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Beitrag von guenterherbert »

Den größten Schaden haben immer die Fanatiker angerichtet. Egal ob bei Religionen wie christliche in der Vergangenheit, islamische in der Gegenwart, in der Politik und auch bei Fußballvereinen (Rapid Wien) sowie in Internetforen :)) . Seid vorsichtig! Hütet euch! :unschuldig:
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Karyptis
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Beitrag von Karyptis »

Den größten Schaden haben immer die Fanatiker angerichtet
Wie wahr, wie wahr. Letztendlich ist es immer eine Frage der Betrachtungsweise un es entscheidet sich nicht durch die Position, die man vertritt, ob man ein "Über-Gläubiger"oder doch ein "lernfähiger" und für neue Erfahrungen offener Mensch ist, es geht nicht um das "Was", sondern das "Wie". Schon viele Menschen haben sich z.B. durch die Diskreditierung der Religionen letztendlich selbst zu Fanatikern gemacht. Man darf eben nie vergessen, dass vier Finger auf einen selbst zeigen, wenn man schon den fünften nutzt um auf den anderen hinzuweisen. Allgemein pflegt jener Typus Mensch genau diese Aussage nicht zu akzeptieren oder auf den "Sprecher" abzuwälzen. Ich selbst muss sagen, dass ich nicht perfekt bin - wäre auch zu langweilig, wenn es der Fall wäre ;)

Wie bereits hier oftmals gesagt wurde, ist nicht der Glaube entscheidend, wieso so mancher sehr aggressiv seine Religion umsetzen möchte - sondern der Mensch selbst, sowie die Umstände, die ihn in diese Lage brachten. Wer den Kommunismus verdammt, beispielsweise, hat grundsätzlich verkannt, wer welche Art des Kommunismusses pflegte. Dies ist nur ein kleines Beispiel dafür, dass man sehr schnell geneigt ist, alles zu verfluchen, sobald man eine passende Schablone findet. Es ist eben einfacher, in Schwarz-Weiß zu denken - und da frage ich mich, ob dies schon an der Tür des Begriffs "Fanatismus" klopft und um Einlass bittet.
Ich gebe das hier zu bedenken.


Punktum

Censere
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Beitrag von Argh »

Hi ;D
Censere hat geschrieben:
GünterHerbert hat geschrieben:Den größten Schaden haben immer die Fanatiker angerichtet
Wie wahr, wie wahr.
Und wie pauschal .... Fanatiker fallen nicht von den Bäumen, Fanatiker werden gemacht - hinter Ihnen stecken Interessen und Ziele
Censere hat geschrieben:Ich selbst muss sagen, dass ich nicht perfekt bin - wäre auch zu langweilig, wenn es der Fall wäre ;)
Ho, ho :respekt:
Censere hat geschrieben:Wie bereits hier oftmals gesagt wurde, ist nicht der Glaube entscheidend, wieso so mancher sehr aggressiv seine Religion umsetzen möchte - sondern der Mensch selbst, sowie die Umstände, die ihn in diese Lage brachten.
Bewundernswert wie hier versucht wird 2 Seiten der gleichen Medaille von einander zu trennen :respekt:
Censere hat geschrieben:Es ist eben einfacher, in Schwarz-Weiß zu denken - und da frage ich mich, ob dies schon an der Tür des Begriffs "Fanatismus" klopft und um Einlass bittet. Ich gebe das hier zu bedenken.
Jepp .... aber man sollte auch bedenken, daß Gesellschaftssysteme der Evolution unterliegen und die eine oder andere in eine ökologisch/ökonomische Sackgasse laufen ;)
Censere hat geschrieben:Punktum - Censere
Basta? :unschuldig:

Grüsse :bounce:
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Beitrag von guenterherbert »

Ja jeder sollte sich hüten mit stolgeschwellter Brust der eigenen Machtvollkommenheit wegen fingerbenutzend als Oberlehrer zu fungieren. :winken:
Religionen werden immer wieder, je nach Zeit, Ort, persönliche Erlebnisse u. sonstiges, unterschiedlich interpretiert werden. Und wer nur im Recht - od. Unrechtdenken verhaftet ist und dabei übersieht, daß es sehr wohl auch etwas dazwischen gibt, darf sich nicht wundern wenn bereits der Geruch des Fanatismus an ihm haftet.
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Beitrag von Karyptis »

.. so gesehen, befindet sich gut ein Drittel der Menschheit bereits am Abgrund - so manche Gesellschaft ist da schon einen Schritt weiter. Dennoch hat der Fanatismus, meines Erachtens nach, wirklich keinem genützt. Der fanatische Christ ist für mich nicht besser als der fanatische Kapitalist. Das, was wirklich den Mensch vorangebracht hat, war stets die differenzierte Betrachtung der Fakten. Daher schätze ich die Zeit der Aufklärung besonders - Lessing, Kant und Konsorten sind für mich wirkliche Leitfiguren in einer Welt, die oftmals von Logik geprägt und teils auch beherrscht wird. Das "Stammtisch-Denken" ist ein guter Beweis hierfür - sonst würden Blätter wie die "BILD" auch keine hohen Auflagen besitzen ;)
Es ist wichtig, konsequent zu sein und zu handeln, sobald man für sich die entsprechenden Werte gefunden hat, mit denen man einverstanden ist. Dennoch sollte man sich bei dieser "Wertefindung" auch auf Fairnis berufen. Wenn man für sich feststellt, dass Kopftücher aufgrund der demonstrierten religiösen Überzeugung zuviel des Guten sind, sollte man auch entsprechende Kreuze an den Wänden verbieten. Ist man aber für jedes Symbol offen, sollte man auch nicht anfangen, zwischen Religionen zu unterscheiden, es sei denn, es gibt stichhaltige Beweise dafür, dass die in der Religion vermittelten Werte mit den eigenen kollidieren und langfristig zur Einschränkung eigener Rechte oder Rechte anderer führen - und zwar aller Beteiligten. Dann gilt es abzuwägen, was wir, die Gesellschaft, an Werten vermitteln, repräsentieren wollen und dann kann man sich immer noch überlegen, ob eine Einschränkung dieser Freiheiten akzeptabel ist oder nicht. Es gilt immer abzuwägen und sich selbst ein Bild zu machen.
Basta?
... wohl eher eine vorrübergehende kreative Denkpause ;)
Ja jeder sollte sich hüten mit stolgeschwellter Brust der eigenen Machtvollkommenheit wegen fingerbenutzend als Oberlehrer zu fungieren
Vollste Zustimmung. Sobald mir jemand auffällt, der diese "Machtvollkommenheit" besitzt, werde ich meinen Finger strecken und darauf hinweisen, dass er stolzgeschwellter Brust als Oberlehrer fungiert ;)
Religionen werden immer wieder, je nach Zeit, Ort, persönliche Erlebnisse u. sonstiges, unterschiedlich interpretiert werden. Und wer nur im Recht - od. Unrechtdenken verhaftet ist und dabei übersieht, daß es sehr wohl auch etwas dazwischen gibt, darf sich nicht wundern wenn bereits der Geruch des Fanatismus an ihm haftet.
Mir wäre kein, symbolisch ausgedrückt, Geruch des Fanatismus bekannt. Die Gefahr besteht darin, dass man sich dessen Existenz gar nicht bewusst ist. Eine Sinneswahrnehmung wäre schon der erste Schritt zur Besserung ;) Die Frage ist überdies nicht, wie Religionen interpretiert, sondern umgesetzt werden, ob mit Schwert oder "Hirn", um es platt und matt zu sagen. Sicherlich bin ich als Mensch geneigt, zwischen Recht und Unrecht zu wählen und daher auch, inwiefern ich eben meine Überzeugung durchsetze, welche Mittel mir Recht sind und wann ich bemerke, dass es falsch ist, jenen Weg gegangen zu sein. Ein Mensch (oder "Krieger des Lichtes" ;) ) ist erst ein solcher und richtiger (im Sinne von "guter"), wenn ihm diese Ambivalenz seines Charakters bewusst ist. Als essentieller Bestandteil des Bestrebens, eben jenen Status durch wiederholte Prüfungen zu erlangen, wiege ich das Für und Wider immer gerne ab. Wenn mir bewusst wird, dass eine Religion in der Vergangenheit "unrecht" gehandelt hat, so bestrafe ich dafür nicht ihre Gegenwart, denn damit wäre ich "unrechtens" in meinem Handeln. Ergo muss es sich ergeben, dass ich auch das Jetzt betrachte und die Aussagen anderer auch deshalb relativiere, da sich oftmals die ganze Wahrheit in einem Mittelmaß zwischen der Summe aller Aussagen der unmittelbar Beteiligten als auch der "Außenstehenden". Fanatisch ist überdies nicht derjenige, der dies übersieht - fanatisch ist derjenige, der dies erkennt und absichtlich übersieht. Wie ich bereits oben erwähnte: Es kommt auf das "Wie" an ;)

Viele Grüße

Censere
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Beitrag von Mighty »

Hallo zusammen,

merkwürdig an dieser ganzen Diskussion ist nur eins:

Nach meiner Information dürfen islamische Lehrerinnen in der Türkei während des Unterrichts kein Kopftuch tragen.

Wenn das richtig ist, dann wundert es mich, dass eine islamische Lehrerin in Deutschland genau das Gegenteil verlangt. ?( ?( ?(
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Beitrag von Cassie »

Nun, die Dame ist keine Türkin, man darf ja schließlich auch nicht die Türkei mit dem Islam gleichsetzen...

War die Libanesin oder was? Hab das jetzt auch nicht mehr auf dem Schirm...

Jedenfalls: bei allen Menschenrechtsverletzungen etc. was in der Türkei noch passiert darf man eins nichts vergessen: die Türkei ist ein im Vergleich sehr westliches und modernes islamisches Land.
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Beitrag von Argh »

Hi :D
Mighty hat geschrieben:Nach meiner Information dürfen islamische Lehrerinnen in der Türkei während des Unterrichts kein Kopftuch tragen.

Wenn das richtig ist, dann wundert es mich, dass eine islamische Lehrerin in Deutschland genau das Gegenteil verlangt. ?( ?( ?(
Ich glaube diesen Aspekt haben wir weiter vorne schon ausgiebig diskutiert :)

@Cassie Diese Sitte hat Frau Ludin von einem Aufenthalt in Saudi Arabien mit gebracht ;)

Einem Land in dem man Schülerinen wieder in eine brennende Schule zurück jagt weil sie nicht sittsam bekleidet sind X(

Grüsse :bounce:
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Beitrag von guenterherbert »

[quote="Censere"].. es sei denn, es gibt stichhaltige Beweise dafür, dass die in der Religion vermittelten Werte mit den eigenen kollidieren und langfristig zur Einschränkung eigener Rechte oder Rechte anderer führen - und zwar aller Beteiligten. Dann gilt es abzuwägen, was wir, die Gesellschaft, an Werten vermitteln, repräsentieren wollen und dann kann man sich immer noch überlegen, ob eine Einschränkung dieser Freiheiten akzeptabel ist oder nicht. ....[quote]
Ja aber genau das befürchte ich doch, die Radikalisierung des Islams wird zunehmend ärger, dann aber ist es zu spät um zu überlegen ob man gewisse Freiheiten einschränken kann. Jemanden etwas wegzunehmen ist ungleich schwieriger als es von vornherein nicht zu bewilligen.
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Beitrag von Karyptis »

Ja aber genau das befürchte ich doch, die Radikalisierung des Islams wird zunehmend ärger, dann aber ist es zu spät um zu überlegen ob man gewisse Freiheiten einschränken kann. Jemanden etwas wegzunehmen ist ungleich schwieriger als es von vornherein nicht zu bewilligen.
Und da wären wir auch beim Punkt: Ängste. Im Endeffekt teilen diese Befürchtung viele Menschen und ich muss ehrlich sagen, dass es mir im Grunde genommen nicht anders geht - allerdings mit einer Einschränkung: Ich besitze diese Angst im Zusammenhang mit allen Religionen, die sich in Staatsangelegenheiten einmischen, denn man könnte auch dem Christentum deshalb weniger Aggressivität anmerken, weil sie a) über einen längeren Zeitraum existiert und daher ihre Erfahrungen machen konnte und b) schon mit einem Fuß im Raum vieler staatlichen Entscheidungswege steht. Dass dann andere Gemeinschaften Ähnliches versuchen ist nur nachvollziehbar, weshalb ich schließlich dafür plaidiere, im Zuge einer Europäisierung entweder allen gleich viele, respektive gleich wenige, Rechte zu gewähren.

Doch das scheitert dann auch am Christentum selbst, denn jene Religion ist auch nicht unbedingt glücklich, wenn man nur versucht, an den momentanen Luxus "Beschneidungen" durchzuführen. Es ist, wie du selbst richtig geschrieben hast, eben schwerer, etwas wegzunehmen als es zu geben - und da liegt eben die Grundproblematik und das Dilemma :(

Viele Grüße

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Beitrag von Argh »

Censere hat geschrieben:Und da wären wir auch beim Punkt: Ängste. Im Endeffekt teilen diese Befürchtung viele Menschen und ich muss ehrlich sagen, dass es mir im Grunde genommen nicht anders geht
Der Wahhabismus, ist eine zelotische Bewegung, ich habe extra Saudiarabien erwähnt - wundert es Dich nicht auch, daß die Mehrzahl der Attentäter vom 11.09 und auch bin Laden aus Saudiarabien kommt? Diese Sekte missioniert massiv unter den hiesigen Moslems und sponsert den Moscheenbau, der arme türkische Staat kann dies nicht.
Censere hat geschrieben: - allerdings mit einer Einschränkung: Ich besitze diese Angst im Zusammenhang mit allen Religionen, die sich in Staatsangelegenheiten einmischen,
Da hast Du natürlich recht, im grunde müssen weltanschauliche und öffentliche Fragen strikt getrennt werden, daher sehe ich die französische Lösung als richtig an. Es kann doch nicht sein, daß in Deutschland mit Hinweiß auf eine Kamel-Fatwa einer Schülerin verboten wird an einer Klassenfahrt teilzunehmen.
Censere hat geschrieben:denn man könnte auch dem Christentum deshalb weniger Aggressivität anmerken, weil sie
a) über einen längeren Zeitraum existiert und daher ihre Erfahrungen machen konnte und
b) schon mit einem Fuß im Raum vieler staatlichen Entscheidungswege steht.
Lieber Censere, es gibt nicht "das" Christentum ;)
Es gibt schlimme fundamentalistische Christen George W. Bush gehört dazu, welche die Jesus als Schwächling ansehen, sich als alte Testament halten und von Armageddon träumen. Ich denke dem Christentum würde es gut gehen wenn es sich von den Fleischtöpfen des Staates trennt, wie es dem Volk Isreal gut getan hat sich von den Fleischtöpfen Ägyptens zu lösen.
Censere hat geschrieben:Dass dann andere Gemeinschaften Ähnliches versuchen ist nur nachvollziehbar, weshalb ich schließlich dafür plaidiere, im Zuge einer Europäisierung entweder allen gleich viele, respektive gleich wenige, Rechte zu gewähren.
Das sollte alle weltanschauliche Gemeinschaften betreffen, wobei natürlich Aufklärung über Inhalte, Ziele und Rituale aller Gemeinschaften wichtig wäre.
Censere hat geschrieben:Doch das scheitert dann auch am Christentum selbst, denn jene Religion ist auch nicht unbedingt glücklich, wenn man nur versucht, an den momentanen Luxus "Beschneidungen" durchzuführen. Es ist, wie du selbst richtig geschrieben hast, eben schwerer, etwas wegzunehmen als es zu geben - und da liegt eben die Grundproblematik und das Dilemma :(
Viele Grüße Censere
Hier habe ich etwas gefunden
Auch die Bundestagsabgeordnete Lale Akgün wird massiv unter Druck gesetzt, denn auch sie ist gegen das Kopftuch für Lehrerinnen. Seit ein paar Monaten wird sie bedroht, in E-Mails, in Briefen und am Telefon.

Lale Akgün, MdB SPD:
"Ich habe keine Angst und ich werde den Mund nicht halten und werde immer meine Meinung sagen. Ich stehe zu meiner Meinung, die sagt: Schule muss ein neutraler Ort bleiben und Lehrerinnen dürfen kein Kopftuch tragen. Wenn schon diese, meiner Meinung nach bescheidene, eigentlich sehr umgrenzte Aussage solche Reaktionen hervorruft, dann können Sie sich ja vorstellen, mit was für Menschen wir es zu tun haben."
Ich persönlich wünsche Frau Akgün viel Glück und gratuliere Ihr zu ihrer tapferen Haltung.

Grüsse :bounce:

PS: Die Fundamentalisten beider Lager verstehen sich übrigens sehr gut! Google mal nach "carlyle bush bin laden" ;D
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Beitrag von hafensaenger »

Cassie hat geschrieben:Die Türkei ist ein im Vergleich sehr westliches und modernes islamisches Land.
Das würde ich so nicht unterschreiben wollen auch wenn die Türkei krampfhaft versucht sich westlichen Idealen und Standards anzupassen, so ist sie doch noch in vielen Punkten ein Unrechtsland, wo Menschenrechte und die Demokartie noch mit Füßen getreten werden. Bis die Türkei wirklich einmal "westlich" und "modern" ist oder man sie so nennen kann ist es meiner Meinung nach noch ein weiter Weg. ;)
Zuletzt geändert von hafensaenger am Sa 31.01.2004 - 13:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Karyptis »

Der Wahhabismus, ist eine zelotische Bewegung, ich habe extra Saudiarabien erwähnt - wundert es Dich nicht auch, daß die Mehrzahl der Attentäter vom 11.09 und auch bin Laden aus Saudiarabien kommt? Diese Sekte missioniert massiv unter den hiesigen Moslems und sponsert den Moscheenbau, der arme türkische Staat kann dies nicht.
Sicherlich ist es nicht weiter verwundernswert - Abd al Wahhab hat ja dort seinen Geburtstsort. Diese extreme Ausrichtung der Staatsreligion Saudi Arabiens duldet ja keine weiteren Religionen, ein Konvertieren ist nicht möglich. Ob Al Qaida oder Hamas - die religiösen Ursprünge finden sich im Wahabismus wieder und damit wären wir auch beim Kern der Geschichte angelangt: Diese Form des Islams ist eben nicht das Zentrum, auch wenn es sich selbst als solches sieht. Die Expandierung fand durch den Moscheenbau, aber auch durch kräftige Unterstützung aller Gemeinschaften, die diese Religion pflegen. Von Saudi Arabien aus findet eine religiöse Erweiterung sondersgleichen statt - wo es nicht geht, wird eben der Terrorismus gepflegt. Fakt ist aber auch, dass nicht hinter jedem kopftuchtragenden Moslem ein Wahabit steckt, weshalb da eben differenziert betrachtet werden muss. Letztendlich hast du aber mit diesem Beispiel eben den Grund genannt, weswegen so viele Menschen skeptisch gegenüber dem Islam eingestellt sind - leider, denn dieses Paradebeispiel von Fanatismus ist keineswegs der Teil jener Religion, der durchaus friedlich eingestellt ist - aber ein sehr aggressiver was die Verbreitung anbelangt. Und letztendlich sind es immer die Extremen, die in den Köpfen bleiben...
Da hast Du natürlich recht, im grunde müssen weltanschauliche und öffentliche Fragen strikt getrennt werden, daher sehe ich die französische Lösung als richtig an. Es kann doch nicht sein, daß in Deutschland mit Hinweiß auf eine Kamel-Fatwa einer Schülerin verboten wird an einer Klassenfahrt teilzunehmen.
Stimmt, leider verhält sich dies auch so und die Betrachtungsweise der klaren Trennung muss auf beiden Seiten in beide Richtungen gepflegt werden. Dagegen habe ich aber auch nie etwas gesagt, da ich eben für Konsequenz bin ;)
Lieber Censere, es gibt nicht "das" Christentum ;)
Stimmt. Ich entschuldige mich nochmals für die Verallgemeinerung. Aber wie gesagt, auch mir passieren Fehler ;) Ich hatte mich dabei an jene Form dieser Religon gehalten, die wir hierzulande pflegen. Selbst im erzchristlichen Italien (ho ho ho ;) ) wird z.B. die Kirchensteuer nicht automatisch vom Gehalt abgezogen, sondern basiert auf freiwilliger Basis. Aufgrund eines Staatsvertrages zu einer recht unchristlichen Zeit (um es noch zu verharmlosen) beruft man sich hierzulande auf diese Methodik - wenn der Staat sich jedoch heraushalten würde, wäre eben alles wieder eine freiwillige Angelegenheit. Dies ist aber nur ein kleines Beispiel für die recht interessante Praktik dieser Religion.
Du hast aber auch Recht, es gibt progressivere Varianten und ich fürchte all jene Staatsmänner, die ihren Lebensszweck in der Diffarmierung religiöser Werte zur Rechtfertigung von Kriegen sehen - egal auf welcher Seite man auch steht.

Bezüglich Arghs zitiertem Text: Ich müsste mein eigenes Zitat erweitern - es ist nicht nur schwer, den Menschen etwas wegzunehmen, sondern es ihnen auch vorzuenthalten. Im Falle des Kopftuches sollte man sich jedoch genau mit der islamischen Ausrichtung, die dies konsequent fordert, auseinandersetzen. Insbesondere dann, wenn man hierzulande wieder hochkochende Stimmen hört, die den Islam als Ganzes verfluchen. Solche Zitate tragen stets die Gefahr in sich, dass jene Menschen eine Bestätigung ihrer verallgemeinernden These erlangen.
PS: Die Fundamentalisten beider Lager verstehen sich übrigens sehr gut!
Da widerspreche ich dir in keinster Weise - wirklich in keinster ;)

Viele Grüße

Censere :bounce:
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