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Friedensnobelpreis 2009 an Barack Obama

Verfasst: Fr 09.10.2009 - 11:00
von Arthur Dent
Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis

Sensation in Oslo: Der Friedensnobelpreis 2009 geht an US-Präsident Barack Obama. Das hat das norwegische Nobel-Komitee in Oslo bekannt gegeben. Er vertrete genau die Positionen, für die das Nobelkomitee seit 108 Jahren werbe.

Obama erhalte den Preis für seine herausragenden Bemühungen für die internationale Diplomatie und die Verständigung zwischen den Menschen: "Nur sehr selten hat ein Mensch im gleichen Ausmaß wie Obama die Aufmerksamkeit der Welt gefangengenommen und seinem Volk Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben", lautet die offizielle Begründung. "Seine Diplomatie gründet auf der Vorstellung, dass diejenigen, die die Welt führen sollen, dies auf der Grundlage von Werten und Einstellungen tun müssen, die von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden."

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Verfasst: Fr 09.10.2009 - 11:09
von Saeru
Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Der Mann steht doch noch ziemlich am Anfang seiner Tätigkeit auf internationaler Ebene. Aber wenn man den Preis als eine Art Vorschuss für weitere Bemühungen betrachtet, möge er hoffentlich etwas bewirken.

Verfasst: Fr 09.10.2009 - 11:51
von Blutpapst
Hui, eine wirkliche Überraschung!

Ich war bisher recht zufrieden mit Obamas internationaler Arbeit, aber gerade jetzt wo der Konflikt mit Iran in eine neue Runde geht (Drohung mit Bunkerbombe etc.) wird sich zeigen ob er den Preis auch zurecht bekommen hat.
Wobei vielleicht auch GERADE der Preis jetzt den Unterschied macht ;)
Aber wenn man den Preis als eine Art Vorschuss für weitere Bemühungen betrachtet, möge er hoffentlich etwas bewirken.
So in etwa sehe ich das auch ..... der Preis wird ihm (hoffentlich) innenpolitisch mehr Macht geben, da ja viele seiner Vorhaben bisher abgeschmettert wurden (gerade im Bezug auf das Gesundheitssystem etc.).

Verfasst: Fr 09.10.2009 - 12:34
von hafensaenger
Der Preis ist bei allem Respekt vor Barack Obama in keinster Weise gerechtfertigt. Nur weil er Visionen von einer besseren Welt hat, gewisse Moral- und Wertvorstellungen hat und als Symbol für Veränderungen steht, verdient er noch lange nicht den Friedensnobelpreis. Millionen von Menschen haben auch die Vision einer Welt ohne Atomwaffen. Halte die Begründung des Komitees für unzureichend.

Bisher hat er für den Frieden noch nicht viel getan, Guantanamo ist offen, die Amis sind immer noch in Afghanistan, das Verhältnis zu Kuba ist auch noch gespannt

Bild

Verfasst: Fr 09.10.2009 - 14:39
von Goldgolem
Meiner Meinung nach ist der Friedensnobelpreis für Obama unverdient. Alles, was ich von ihm sehe ist, dass er in die Kamera winkt und lächelt bzw. Karikaturen von ihm im Internet. Wann sieht man denn schon einmal, was er tut? Da soll man den Preis doch eher an einen dieser bestätigungsheischenden Promis geben, der in Afrika den kleinen Kindern einen Müsliriegel in die Hand drückt und dann sagt "Aber gut einteilen, Madonna kommt ja erst nächsten Monat.". Naja, höchstwarscheinlich hat das Ganze politische Hintergründe wie z.B. Obamas Position allgemein zu stärken und den intriganten Amerikaner bzw. den Rassisten einen Dämpfer zu verpassen ...


Was solls, OBAMA HURREY! :)

Verfasst: Fr 09.10.2009 - 21:38
von Baerbel
Also ich bin da auch etwas zwiegespalten. Bei aller Sympathie für Obama und dem, wofür er steht.... ich gönne ihm das, aber ich bin auch überzeugt davon, dass es bestimmt verdientere Kandidaten gegeben hätte.

Obama steht m.E. sowieso schon extrem unter Druck, weil alle Welt Wunder von ihm erwartet. Ich könnte mir vorstellen, dass der Friedensnobelpreis eine weitere Bürde für ihn ist. Alle Welt ist begeistert von seinen Visionen und Zielen, aber man darf nicht vergessen, dass er die Unterstützung von Kabinett, Kongress und diesem ganzen Rattenschwanz braucht, um seine Vorstellungen umzusetzen. Darum gibt es Guantanamo noch, darum sind die Amis noch in Afghanistan und darum hat er noch kein "Wunder" bewirkt.

Ich denke, man hat dem Mann mit dieser Entscheidung keinen Gefallen getan.

Verfasst: Fr 09.10.2009 - 22:46
von maik_r
Der erste Gedanke, der mir kam, war: Wofür? So wirklich was geleistet hat er ja noch nicht. Ansonsten seh ich es so wie Baerbel: Es wird wohl eine zusätzliche Bürde werden. Man kann nur hoffen, dass der Mann unter diesem Druck auch seine Ziele erreichen kann.

Verfasst: Sa 10.10.2009 - 08:50
von Castore
Lächerlich.... Was hat Obama den bis jetzt geleistet ? In vier Jahren könnte man da ja drüber reden, aber jetzt ist das einfach noch zu früh. Wenn man sich allerdings anschaut, wer schon alles einen Friedensnobelpreis erhalten hat, so merkt man, dass dieser Preis eigendlich auch viel zu hoch angesehen ist. Klar sind da Größen dabei, die ihn wirklich verdient haben, aber eben auch viel Mist.
Ich halte den Erhalt des Preises für Obama jedenfalls für eine Beleidigung für Leute wie Mutter Teresa, Nelson Mandela oder den Dalai Lama - Menschen die den Preis wirklich verdient haben. Aber wenns danach gehen würde, dann müssten ganz viele Nobelpreisträger raus fliegen. Der Preis ist einfach überbewerte, weil jeder Furz ihn bekommt.

Verfasst: Sa 10.10.2009 - 11:25
von stone
Ich will ihn nicht grundsätzlich als "unwürdig" bezeichnen, aber ich finde auch dass es zu früh ist und ihm sicher auch eine Bürde sein kann.

Da hätt ich ja sogar eher noch den "Kanzler der Einheit" für seine Einigungs- und Versöhnungsbemühungen in Europa gewählt ... oder noch eher .. ach was ... Spekulationen wer würdig wäre sind sinnlos.

Verfasst: Sa 10.10.2009 - 19:38
von FetterAhn
Für mich is das zweifelhaft, weil dadurch den Amerikanern deutlicher gezeigt wird wie gut Obama in der Welt ankommt. Er hat in den USA deutliche Schwierigkeiten und der Nobelpreis ist möglicherweise als Unterstützung für seine Absichten gemeint, kann aber von den USA als ungeliebte Einmischung gewertet werden. Das is Wasser auf den Mühlen der Fraktion, welche eh schon andere Präsidenten abgeschossen haben...

Verfasst: So 11.10.2009 - 00:34
von Flyer
Meine erste Reaktion war auch "Für was?".
Wahrscheinlich soll dadurch die USA ermutigt werden, sich verstärkt bei der Abrüstung und dem Klimaschutz zu arrangieren.

Verfasst: So 11.10.2009 - 11:00
von GOTTI
wofür ?? da denke ich wie viele auch

Er hat ja gerade mal mit seiner Amtszeit angefangen

Vorschusslorbeeren für "geleistetes in ferner Zukunft"

armer Don Quichote da hattest du's leichter

Verfasst: Mo 12.10.2009 - 07:47
von Karyptis
Realpolitik ist nunmal mehr als "Ich hab Recht. Und ihr nicht", sondern ein "mal gucken, zig Wege für zig Interessen. Und überhaupt, wie biege ich das, was andere vor mir getan haben, wieder zurück?". Ich habe nämlich absolut keine Ahnung wie es sonst funktionieren könnte, das ist nunmal Demokratie und das Wahlsystem. Politik ist Taktik: Komme ich hier entgegen, kommen sie mir dort entgegen, vielleicht drehe ich das nachher wieder um, ist ja alles möglich, aber das braucht Zeit. Aber habe ich die Zeit?

Wer, wenn nicht ein Demokrat, weiß um die Wichtigkeit von Kompromissen?

Es ist ein Geschicklichkeitsspiel, das mehrere Millionen Menschen betrifft. Je nach Medientyp - und wir haben nun einen starken konservativen Einschlag, vor allem in den deutschen Medien - kann es sein, dass man mit einer Entscheidung, die einem Teil der Menschen missfällt, ziemlich auf die Nase fällt (obgleich man anderen damit etwas Gutes tut).

Da kann einem ein Obama, der mit den Medien den Aufzug hoch und anscheinend wieder hinabfährt, wirklich Leid tun. Geht doch einfach mal in die Lokalpolitik, erlebt dort doch mal wie es ist, wenn man sein Amt mit viel Motivation antritt um dann ob der ganzen Kompromisse enttäuscht zu werden. So funktioniert der Spaß nunmal und das ist frustrierend - aber wir haben kein egozentrisches Weltbild, daher bedeutet Demokratie auch stets den Kampf um die gemeinsam beste Lösung. Nicht einer entscheidet, nicht man selbst entscheidet, sondern alle gemeinsam. Und das muss selbst ein Präsident.

Präsidenten setzen - wie alle Politiker auch - Impulse, grundsätzliche Richtungen. Auch ein Bush hat letztlich nur wegen weniger entscheidenden Momente seinen Kurs unbeirrt folgen können und das mit breiter Unterstützung, übrigens nicht nur in der US-Bevölkerung.

Jetzt Obama, ja... er ist sicherlich kein Erlöser, sicherlich bringt auch er kein gutes Wetter, was hier und jetzt mehr denn je angebracht wäre - seufz! Und im Kontrast zu Bush wirkt er wie eine Mischung aus Alt-Hippie und einem Teletubby auf LSD. Jedoch wirkt er auf mich - auch dank der Non-Mainstream-Medien - etwas positiver als Bush. Und das reicht mir erst mal, denn mit dem Säbel zu rasseln, das können sie alle gut.

Wieso gerade _er_ den Friedensnobelpreis bekommen hat, das vermag ich nicht zu sagen, das steht mir nicht zu, dafür weiß ich zu wenig um die Umstände, die zur Entscheidung geführt haben. Aber er hat den Preis nunmal und steht damit in einer gewissen moralischen Bringschuld.

Mittlerweile ist ja die übrigens Entscheidung begründet worden.

Kary

Verfasst: Mo 26.10.2009 - 12:01
von Quroq
Trotzdem find ich´s ´n bissl übertrieben.

Verfasst: Mo 26.10.2009 - 14:42
von Ogerlord
Sympathischer Kerl der Barack.
Aber das kommt nun wirklich zu früh.

Verfasst: So 01.11.2009 - 10:28
von Rezeguet
naja!

man muss das halt im vergleich sehen zu den anderen kandidaten
die da nämlich warehn:

Putin, Kohl; Berlusconi und Sarkozy!

da hat ihn der Obama schon am meisten verdient (ja einige werden auch den kohl für ne sinnvolle alternative halten - ich nicht!)

ABER: Henry Kissinger hat seinen Friedensnobelpreis bekommen (für die beendigung des Vietnamkriegs) im gleichen Jahr indem er Pinochet über die CIA mit Waffen unterstüzt hat um die Demokratisch gewählte usa-kritisierende Regierung in Chile zu unterstützten...

Soviel zum Stellenwert des Friedensnobelpreis