@ Hafensänger:
Ist ja schon interessant, um die Menschenrechtsverletzungen der Ölfirmen zu bekämpfen, soll ich Saddam Hussein schützen. Ich schlag ihn gleich mal für den Friedensnobelpreis vor .
Hab ich so nie behauptet. Saddam kann man auch auf anderen (weniger blutigen) Wegen beikommen.
Weiterhin bedarf es Deines Postings keines weiteren Kommentars, wenn jmd Fakten wie 30 Mio Hungertote jährlich und den kausalen Zusammenhang mit der neoliberalen Globalisierung leugnet bzw als so wörtlich „altkommunistischen Dummpfug“ bezeichnet oder gar als Krönung „langweilig“ empfindet.
Menschen, die den ausser Kontrolle geratenen neoliberalen Globalisierungsprozess verherrlichen und dabei im Sinne der Marktbereinigung Massenmord, Krieg, Hunger & Elend für viele Mio Menschen in Kauf nehmen sind Psychopathen.
@ Radagast:
oh doch das würde sie kalt lassen, eiskalt sogar.
Du musst es ja scheinbar wissen. Den Kopf in den Sand stecken ist ja auch viel bequemer...
Bist du etwa neidisch? Gerade diese Personen halten unter anderem auch unsere Weltwirtschaft im Gange.
Das ist wiedermal ein weit verbreiteter Irrglaube! Hast Du Dich schonmal mit Steuerflucht, Steueroasen, Offshorezentren, etc. auseinandergesetzt? Du weisst schon, dass zu einem nicht unerheblichen Teil wegen dieser Leute und Ihrer beispiellosen "Moral" und "Pflichtbewusstsein" die sozialen Kassen in Deutschland (und EU-weit) leer sind (30 Mrd € Steuerausfall allein in D 2001), weil die "Grossen" sich schon lange aus dem Kreis der Steuerzahler verabschiedet haben, gleichzeitig dem Volk aber soziale Verantwortung und fehlenden Gemeinsinn vorwerfen und predigen?!

Weiterhin: Das meiste Geld machen Konzerne mit der Massengüterindustrie und
nicht mit „Luxuswaren“.
Und zum Neid: Ganz sicher kein Neid, Missgunst! In erster Linie gegenüber denen, die nur durch Erbschaften zu Ihrem Reichtum gekommen sind, und dann muss man sich die achsotollen „Selfmade-men“ auch mal genauer unter die Lupe nehmen - Du wirst kaum einen finden, der in Eurem achso tollen neoliberalen Kapitalismus-System, nicht durch massive kriminelle Machenschaften und Ausbeutung auf Kosten anderer reich geworden ist. Und dann kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: Was machen die Leute mit Ihrem Reichtum, den sie niemals für sich allein ausgeben können und was machen sie dank Ihrem Privileg nicht dem "Existenzbeschaffungszwang" wie Ottonormalverbraucher ausgeliefert zu sein? Was tun sie um die Armut in der Welt zu lindern?
Es geht Ihnen doch vermehrt, bis auf wenige prominente Ausnahmen, nur um Besitzstandswahrung, Wohlstandshortung und -Vermehrung, dekadenten Lebensstil und vielleicht hier und dort mal ein paar Milliönchen aus PR- und steuerlichen Gründen (vielleicht gar um Ihr Gewissen zu erleichtern, obwohl die meisten sowieso keins haben) für nen Wohltätigen Zweck spenden.
natürlich, die Banken sind immer Schuld.
Natürlich! Nein, ganz im Ernst leider so gut wie immer. Wer ermöglicht denn überhaupt erst und unterstützt sonst die (Gross)kapitalisten bei Ihrer Steuerflucht und Geldwäsche? Oder anderes Beispiel gefällig, Stichwort: Investmentbanking.
Die Banken- und Versicherungsonzerne konzentrieren sich hauptsächlich aufs Investmentbanking und die Vermögensverwaltung, weil das Riesengeschäft mit Aktien, Anleihen, Fondsanteilen und Finanzderivaten viel mehr Geld einbringt als Zahlungsverkehr und Kleinkredite. Den Normalkunden werden hauseigene Investmentfonds angedreht, ihnen werden hohe Wertpapiertransaktionskosten in Rechnung gestellt. Das Schalterpersonal kassiert dabei für jeden geköderten Kunden Provisionen. Die Banken und Versicherungen streichen stets ein fettes Beratungshonorar ein, egal, ob ihre Empfehlungen gut oder schlecht sind. Die Banken weisen ihre Analysten an, die Geschäftsaussichten eines Unternehmens, dessen Aktienpaket sie in Streubesitz umwandeln wollen, im günstigsten Licht darzustellen und diese Titel landen in allen von ihnen verwalteten Kundendepots. Diese Massenverkäufe der Banken drücken den Kurs längerfristig nach unten. Egal, ob die Kurse steigen oder fallen, ob man kauft oder verkauft, ob man sich für Aktien, Fonds oder Optionsscheine entscheidet - die Banken gewinnen immer.
Und der Kleinaleger bleibt zumeist auf der Strecke.

Der Börsenboom der letzten Jahre am Neuen Markt zeigte: Gewinner waren falschspielende IT-Firmenchefs (zumeist selbst Grossaktionäre ihrer Unternehmen), Banken- und Versicherungskonzerne, ausserdem Analysten und Anlageberater, Banker und Broker, Finanzdienstleister und Fondsmanager, Trittbrettfahrer des Börsengeschäfts: TV-Sender, Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Online-Dienste, Werbeagenturen, Börsenbrief-Herausgeber und Finanzjournalisten.
Verlierer waren massenhaft viele Kleinsparer und -anleger. Die Medien sind dazu da, für positive Stimmung zu sorgen, dem breiten Publikum Gewinnchancen einzureden, selbst wenn die Kurse fallen. Bestechliche Aktien-Gurus oder Redakteure einer auflagenstarken Anlegerpostille verbünden sich mit Managern grosser Investmentfonds, indem sie sich vorher mit den Papieren eindecken, die sie dann in ihren Blättern oder Sendungen zum Kauf empfehlen. Klar, dass die Komplizen rechtzeitig aussteigen. Die Medien werben massiv dafür, dass Anleger ihre Kapitalstöcke aus Lebensversicherungen, Rentenpapieren und Immobilien mit Aktien nicht nur ergänzen, sondern völlig ersetzen sollen.
Wieder mal ein kleiner Buchtipp:
Die Krise des globalen Kapitalismus. Offene Gesellschaft in Gefahr
Zitat Aus der Amazon.de-Redaktion:
Erfolgreiche Spekulanten sind egoistische, geldgierige Menschen, die selten länger als bis Börsenschluss vorausplanen. George Soros, der erfolgreichste Börsenspekulant der Nachkriegszeit zeigt in seinem neuen Buch, wie der bedingungslose Glaube an die selbstregulierende Kraft des Marktes uns blind gemacht hat für die Bedrohung des kapitalistischen Weltsystems durch die entfesselten Finanzmärkte. Als Hauptfehler erkennt Soros den durch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften genährten Glauben, das kapitalistische System würde klaren Gesetzmäßigkeiten folgen und sich immer wieder selbst regulieren. "Falsch", sagt hingegen Soros, "Finanzmärkte sind ihrem Wesen nach instabil". Und daraus resultieren weit reichende Probleme, denen man mittels globaler Institutionen, aber auch mit dem Ansatz einer "offenen Gesellschaft" begegnen sollte.
Das Menschen verhungern, ist eines der traurigsten Kapitel der Menschheit. Setzte dich aber mal bitte mit Leuten in Verbindung, die in solchen Entwicklungsländern gearbeitet haben. Alle werden sie dir bestätigen, dass Überschusslieferungen aus der EU oder USA nicht helfen. Hilfe zu Selbsthilfe ist dort das einzig brauchbare. Zumal das vergammelte Zeug von uns nun wirklich keiner mehr will.
Aber natürlich. Und wie beispiellos IWF und Weltbank die "Hilfe" zur Selbsthilfe fördern... (weniger als 1% der weltweiten Investitionen gehen in die 3. Welt).

Weiterhin könnte man ja auch beispielsweise die Überschusskapazitäten der planwirtschaftlichen Landwirtschaft in der EU gezielt zur Nahrungsmittelherstellung für die 3.Welt benutzen.
Du machst es Dir ziemlich einfach Dein Gewissen zu erleichtern. Aber mir ist schon klar, daß die meisten Menschen, die keine Probleme haben auch keine sehen wollen.
Stimmt, die Probleme gabs schon als noch keiner wusste, was Globalisierung überhaupt ist.
Wo sind denn dann bitteschön die von den Befürwortern achso hochgejubelten Vorteile der Globalisierung, der „Wohlstand für Alle“, wenn nachwievor
mehr denn je Menschen verhungern?
IWF und Weltbank geben Kredite raus, aber
wem geben sie sie denn bitteschön? Meist sind es doch korrupte Diktatoren und Regime, die die Kredite einsacken, und die kaufen dann Waffen und metzeln sich gegenseitig nieder statt der Bevölkerung zu helfen - toll nicht? Ist ja auch alles so weit weg, was juckts einen hier in good old germany...
Abschliessend noch dies:
Ihr solltet Euch mal endlich klar werden, dass die Vereinbarkeit des neoliberalen Kapitalismus und des Arbeitnehmerwohles einfach eine Lüge ist.
Hier mal zur Verdeutlichung das
neoliberale, ökonomische Glaubensbekenntnis:
Du sollst wachsen im Umsatz und abnehmen in den Kosten (koste es, was es wolle),
damit Du das Geld vermehrst.
Du sollst aber deinem Lande, das Dir die Infrastruktur stellt, keine Steuern bezahlen.
Wenn dann die Infrastruktur nicht mehr gut genug ist, weil sie nicht mehr gewartet werden kann,
sollst du sagen, es gäbe ein Standortproblem und woanders hinziehen.
Der Rest ist wurscht, alles wird gut,
der Markt regelt das schon,
Amen!
Unser aller Wohlstand, den viele heute als selbstverständlich ansehen und gar nicht richtig zu schätzen wissen, basiert immer noch auf der Ausbeutung anderer. Wenn Ihr das alles mit Eurem Gewissen vereinbaren könnt, Ich nicht.