polarwolf hat geschrieben:Hallo Leute!
Um ehrlich zu sein - ich bin von dieser Diskussion unglaublich enttäuscht.
@fridoxl: Du bringst kein einziges Argument. Daher soll ich jetzt wohl mit Deiner floskelhaften Aussage "mit militärischer Übermacht die eigenen Interessen durchsetzen" zufrieden sein? Der Rest Deines Posts ist unbrauchbar - tut mir leid! Dass der Konflikt schon länger als zwei Wochen besteht, brauchst Du mir wirklich nicht beizubringen - das weiss ich nämlich schon. Und Deine Unterstellungen bezüglich meiner Einstellung zum Irak-Krieg sind auch nicht das Thema dieses Threads.
Was man "weiß" und was man "zu wissen glaubt" sind zwei ganz verschiedene Schuhe. Und ich schaffe es locker, 100 Bücher zum Nah-Ost-Konflikt zu lesen, ohne eine einzige Kritik an Israel darin zu finden. Man muss nur die richtigen Bücher lesen.
Oder verbohrt genug sein, um die Kritik an Israel als falsch anzusehen.
Die Menge an Informationen, die man über ein Thema besitzt, sagt nichts über die Qualifikation desjenigen aus, sich dazu zu äußern. Wichtig ist allein die Tatsache, wie man die Informationen verarbeitet und Schlüsse daraus zieht.
Meiner Meinung nach verarbeitest du sehr einseitig. Und beleidigend obendrein.
polarwolf hat geschrieben:Ich wollte eigentlich ARGUMENTE hören - Argumente, die von konkreten Beispielen gestützt werden.
Wer Argumente hören will, der soll auch welche bringen. Die Anderen in Vorlage gehen zu lassen um dann zu kontern ist feige.
Das wir beide uns nicht gerade grün sind, ist wohl nicht neu. Ebenso wie meine Meinung, dass dir mit Argumenten überhaupt nicht beizukommen ist. Manche Menschen haben eine Meinung und werden sie nicht ändern, egal was passiert.
polarwolf hat geschrieben:
Ein Wort zu Israel´s Militär:
Für Israel ist das Militär überlebenswichtig. Im Gegensatz zu Deutschland hat in Israel das Militär nämlich nicht die Aufgabe, jedes Jahr eine neue Jahrhundertflut (aufgrund einer jahrzehntelangen schwachsinnigen Umweltpolitik - Stichwort: Flussbegradigungen) zu bekämpfen.
Hier stehen dem Militär tagtäglich unzählige terroristische Gruppierungen gegenüber. Ich führe hier konkret an: HAMAS, islamischer Jihad, Tanzim, Al Aqsa-Brigaden, Fatah, Volksfront zur Befreiung Palästinas, arabische Befreiungsfront, Hisbollah (keine palästinensische Organisation, aber nicht weniger tödlich). Deren Ziel ist, alle Juden ins Meer zu "treiben" (sprich: zu vernichten) - nicht lediglich ein palästinensischer Staat. Es geht ganz konkret um Selbstmordattentate - nicht gegen die israelischen Panzer - sondern gegen Zivilisten!!! Es geht um feige scharfe Schüsse aus dem Hinterhalt - sowohl gegen Zivilisten als auch gegen das Militär -, während palästinensische Jugendliche vorgeschoben werden, um Steine zu werfen. Sowas nennt man Medienkrieg.
Und warum gibt es diese ganzen islamischen Gruppen? Mal drüber nachgedacht?
Dein Volk lebt seit Jahrtausenden in einem bestimmten Gebiet und auf einmal kommen völlig fremde Leute mit Militär und gründen dort ihren Staat. Du bist ab sofort Bürger zweiter Klasse, hast kaum noch Rechte und musst dich den religiösen Gesetzen anderer beugen.
Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine friedliche Koexistenz.
Außerdem ist Jerusalem auch eines der wichtigsten Heiligtümer der Moslems und mit welchem Grund beanspruchen die Israelis es für sich?
Mit welchem Recht breitet sich dieser Staat an einer Stelle aus, die irgendein Politiker (ich glaube, er war Ami) mit dem Finger auf der Landkarte markiert hat, ohne die Bevölkerung dort zu fragen?
Mit welchem Recht werden die Palästinenser in kleinen Autonomiegebieten zusammengepfercht?
Das ist eigentlich nichts anderes als man den Indianern in Amerika angetan hat. Nur dort hieß es noch Reservat.
Sicherlich trifft die jetztigen Bewohner Israels keine Schuld an der Gründung ihres Staates, aber ich halte ihn trotzdem nicht unbedingt für rechtmäßig. Das solche künstlichen Konstrukte nicht wirklich funktionieren können, haben wir nach dem Zerfall der UdSSR gesehen.
Die Palästinenser (jedenfalls die vernünftige Mehrheit) will einen eigenen Staat in dem sie nicht von jüdischer Polizei und Militär überwacht wird und eine eigene Regierung hat. Das finde ich höchst legitim.
Die Maßnahmen, mit denen dieses Ansinnen durchgesetzt wird, sind natürlich höchst verwerflich und ich finde nichts schönes daran, einen Schulbus in die Luft zu sprengen. Aber ich finde auch wenig schönes daran, wenn eine Bretterbuden-Siedlung der Palästinenser mit Bulldozern geplättet wird um Raum für israelische Siedler zu machen.
Diese Vorgehensweise ist zwar lange nicht so medienwirksam aber trotzdem nicht weniger Menschenverachtend. Ja, ich bin sogar so dreist zu fragen: Was ist besser, einen Menschen schnell und relativ schmerzlos umbringen oder ihn seinder Würde und seiner Lebensgrundlage zu berauben und dann weitervegetieren zu lassen.
Israel braucht sich nicht zu wundern, dass es immer wieder Selbstmordattentäter gibt. Sie schaffen sie sich selbst!
Wenn du so willst, bringt Sharon selbst mit seiner überzogen harten Politik die Israelis um. Nur über den Umweg der Palästinenser.
polarwolf hat geschrieben:Ein Jude, der sich in ein palästinensisches Dorf verirrt, riskiert sein Leben. Tausende Palästinenser können aber jederzeit und ohne Angriffe durch israelische Städte marschieren.
Können sie? Wirklich? Glaubst du?
Ich nicht. Es gibt genug militante Israelis und auch auf dieser Seite Attentäter. Komisch nur, dass die Medien kaum davon berichten.
In letzer Zeit allerdings, sind die Attentate der Israelis weniger geworden, das stimmt. Komischerweise seit die Regierung einen harten Kurs fährt. Da fühlen sich die Hardliner wohl zu Hause...
polarwolf hat geschrieben:P.S.: Hab´s fast vergessen. Natürlich ändern sich in einem demokratischen Staat - wie Israel - die Regierungen. Man sollte aber nicht vergessen, dass der "Hardliner" und "Falke" Ariel Scharon für einen Palästinenser-Staat ist.
Ist er? Nein!
Wenn er könnte, würde er die Palästinenser von der Landkarte vertilgen, ebenso wie die Hardliner auf der anderen Seite ihn am liebsten vernichten würden.
Aber Schardon ist Politiker und deshalb muss er diplomatisch vorgehen. Das Versprechen eines Palästinenserstaates gab es bereits vor seiner Amtszeit und ist von den Amis (deren Handlanger er ja mehr oder weniger ist) auch gewollt.
Selbst wenn er wollte (was ich glaube, aber natürlich nicht beweisen kann), er könnte sich gar nicht gegen einen solchen Staat aussprechen.
Wenn Scharon wirklich für einen Palästinenser-Staat wäre, dann würde er auch was für den Frieden tun, statt ihn ständig mir neuen Provokationen in Richtung der Palästinenser zu untergraben.
SAGEN, dass man für den Frieden ist, ist verdammt einfach. Das hat Bush auch getan. Etwas für den Frieden zu TUN, das ist schwer.
Ich gebe zu, ich habe sicherlich weniger Bücher zu diesem Thema gelesen als du und bin über Details schlechter informiert. Aber die Geschichte dieses Landstriches ist mir durchaus vertraut und den Akt der Gründung eines Israelischen Staates halte ich nach wie vor für falsch.
Daran läßt sich mittlerweile zwar nichts mehr ändern, aber ohne gegenseitiges Entgegenkommen wird man niemals Frieden erzielen. Da reicht es nicht, wenn man immer wieder verlangt, den Terror einzustellen.
Terror wird es immer geben, solange mehr als zwei Menschen auf der Welt sind. Das ist zwar traurig, aber es ist so.
Wir haben immer noch nicht gelernt, dass Gewalt keine Lösung für Konflikte ist und dass man Menschen, wenn man mit ihnen friedlich zusammenleben will, achten und respektieren muss. Das bedeutet auch, ihnen ein Auskommen, Arbeit und ein bisschen Wohlstand zu geben.
Wie hervorragend das funktioniert hat der Marshall-Plan nach dem zweiten Weltkrieg gezeigt.
Daran sollte sich der Nahe Osten mal ein Beispiel nehmen.
Gruss
Anni