Mit dem Realismus is das ja so eine Sache: Der eine mag lieber das,
der eine das. Man muß halt schauen, daß das alles zusammenpasst
und nicht lagweilig oder gar nervig wird mit der Zeit.
Bei Evil Islands war das schon ganz gut gelöst: wurde man am Arm
verletzt konnte man nichtmehr so stark und schnell zuschlagen.
Oder am Bein, dann konnte man nicht mehr so schnell laufen.
Übel waren aber kritische Treffer am Kopf oder Körper, dann war
man sofort tot.
Die Sache mit dem Waffen reparieren (blitzschnell und während
des Kampfes) ist mir auch etwas zu unrealistisch, deutlich besser
war das bei Legend of Faerghail: Der Zustand war im Prozent
angegeben und verschlechterte sich, wenn man mit der Waffe am
Panzer des Gegners hängenblieb oder wenn man sich beim
ausweichen verletzt hat. Dann konnte die Waffe auch mal schneller
kaputtgehen, das passierte oft bei Geschosswaffen oder wenn
man oft stark gepanzerte Gegner angegriffen hat.
Reparieren ging nur in der Stadt oder wenn man einen Schmied
als Char dabeihatte. Der konnte nebenbei auch noch ganz gut
zuhauen und ich glaube auch ein paar einfache Zaubersprüche...
Was ich etwas unrealistisch finde bei vielen Spielen:
Selbst mit nur einem Lebenspunkt kann man noch stundenlang
rumlaufen. Normalerweise müsste bei sich schweren Verletzungen
der Zustand nach und nach verschlechtern. Es gibt auch Spiele,
wo das so realisiert ist, mir fällt aber grad keins ein
Noch eine Sache sind Zaubertränke, die sofort wirken und der
Held kann gleich weiterkämpfen als wäre nix gewesen...Bei Diablo2
hat man das ja geändert und bei Sacred war das auch ganz gut gelöst.
Dann haben wir noch das Thema Inventar:
Es ist schon erstaunlich, was manch ein Held so alles mit sich
rumschleppen kann, bei Legend of Faergheil hat ja alles ein
Gewicht und man braucht an einer Stelle nen Steinsarg, der wiegt
mal eben 250 Pfund
Aber bei fast jedem RPG ist das normal, daß man da nen ganzen
Sack voller sperriger Waffen dabeihat und dann auch noch im
Laufschritt durch die Gegend spaziert, dann noch ein paar Tränke,
Spruchrollen, Schmuck und was man halt sonst noch so braucht
Das ist sowas von realitätsfern, aber andersrum wäre es ja auch
wieder langweilig, wenn man nur 5-10 Gegenstände mitnehmen
könnte...
Schlafen müssen die Leute ja auch irgendwann mal. Aber warum
immer gleich 8h am Stück? Warum kann man keine Wache
aufstellen? Das is schon etwas nervig bei MM. Ok, später is das
relativ wurscht, dann macht man halt Stadtportal auf und geht
in den Tempel oder wenns am Abend is auch mal ins Wirtshaus...
Tag und Nacht is schon ganz nett und auch realistisch, geht einem
aber oft auch auf den Keks wenn man noch topfit is und weiter-
kämpfen will aber nix mehr sieht...
Konnte man aber z.B. bei Sacred abschalten (oder wars Dungeon Siege?).
Essen sollten die Leute auch mal was, das sollte aber unabhängig
von den Rastzeiten passieren (können). Es sollte auch eine Kampfmoral
geben, die sich verschlechtert, wenn der Held Hunger
oder Durst hat oder einfach müde ist.
Bei DSA war ja alles mögliche reingepackt, man hat wirklich an fast
alles gedacht. Das Problem war halt, daß es recht komplex und
unübersichtlich war, drum hab ich das auch nie gespielt, nur mal
angetestet und dann wieder in die Schublade gesteckt...
Es gibt jede Menge interessante und realistische Effekte, die man
in ein RPG einbauen kann, aber man sollte es nicht übertreiben.
Das Spiel is dann vielleicht nicht perfekt, aber hauptsache spielbar
und macht Spaß







